Galerie 2021

Weitsicht im Verborgenen

Die Hand umfasst, was sichtbar scheint,
Ein Glanz, der sich ins Auge weint.
Doch grösser noch als dieses Licht,
Ist, was im Dunkeln leise spricht.

Die Hähne kämpfen – doch warum?
Ihr Tanz im Glase wirkt so stumm.
Die Weitsicht ruht nicht im Geschehen,
Sondern im Raum, den wir nicht sehen.

Die Berge malen Horizonte weit,
Doch grösser ist die Unsichtbarkeit.
Was in den Tiefen still erdacht,
Hat mehr Gewicht als Tag und Nacht.

Ein Riss erzählt von Zeit und Raum,
Von einer Wahrheit, einem Traum.
Die Hand, sie hält, was greifbar scheint,
Doch lässt verborgen, was vereint.

Denn Weitsicht lebt im Innern fort,
Versteckt an einem stillen Ort.
Nicht, was die Augen je erfassen,
Kann wahre Grösse ganz erfassen.

Das Sichtbare ist nur ein Teil,
Im Unsichtbaren ruht das Heil.
Im Griff der Hand, im leisen Schweigen,
Kann Weitsicht ihre Tiefe zeigen.

 

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